Geschichte der

Josef-Zerhoch-Grundschule

 

Die Fünfzigerjahre

„Die nach uns kommen, sollen weiterbauen können“ mit dieser  Überschrift  berichtete am 8./9. September 1951 das Weilheimer Tagblatt über den Baubeginn unserer Schule. Diese Worte des damaligen Peißenberger Bürgermeisters Josef Zerhoch sollten sich in den nächsten 50 Jahren mehr als bewahrheiten, denn in diesem Zeitraum wurde unser Schulgebäude siebenmal erweitert bzw. umgebaut. Doch alles nun der Reihe nach.

Nach Ende des 2. Weltkrieges kam es infolge des Bevölkerungszuwachses zu einer regen Bautätigkeit im  südlichen Ortsteil von Peißenberg. Bereits Ende der 40er Jahre mussten 450 Buben und Mädchen aus Wörth in die Zentralschule (heute St. Johann) gehen. Da an dieser Schule sowohl Schulräume fehlten, als auch die Kinder einen weiten Schulweg hatten, beschloss der Marktgemeinderat unter der Leitung des Bürgermeisters Josef  Zerhoch, eine neue Schule in Wörth zu bauen.

Im August 1950 erfolgte der Baubeginn und bereits im Winter 1951/1952 konnten vier Klassen der Jahrgänge  1 – 4 einziehen. Diese Schule war aber noch nicht eigenständig, sondern wurde der  Knabenschule angeschlossen. Die vier Klassenzimmer stehen heute noch und sie erstrecken sich von unserer Aula bis zur Realschule.

Grundsteinlegung der Schule mit Bürgermeister Josef Zerhoch

Fünf Jahre später, im Dezember 1956 war bereits der 2. Bauabschnitt fertig. Er umfasste den heutigen Teil der Realschule von deren Aula bis zur Turnhalle und enthielt, die alten Peißenberger werden sich sicher noch daran erinnern, sogar ein Brausebad. Damit waren bis auf die 8. Klassen alle Jahrgangsstufen in Wörth untergebracht.

 

Josef Zerhoch

Leider konnte der Bürgermeister, Herr Josef  Zerhoch,  die Fertigstellung nicht mehr erleben. Er verstarb im Juli 1955. Um seinen Einsatz für die neue Schule zu würdigen, wurde die Wörther Schule nach ihm benannt

 

Die Sechzigerjahre

 

Ein weiterer Anbau erfolgte 1962. Zwei Klassenräume wurden südlich unserer Aula angebaut und damit konnten nun 14 Klassen in Wörth unterrichtet werden.

 

Die seit 20 Jahren bestehende Aufteilung in Knaben- und Mädchenschule erwies sich Anfang der 60er Jahre als überholt, es gab mittlerweile ja bereits auch gemischte Klassen. Deshalb bekam Peißenberg ab September 1961 eine gemischte katholische Bekenntnisschule, sowohl in St. Johann als auch in Wörth und eine gemischte evangelische Bekenntnisschule, ebenfalls in Wörth. Die Schulen wurden damals geleitet von der Rektorin Frau Elisabeth Göschl und Herrn Anton Wild.

 

Nach weiteren vier Jahren entstand der vorerst letzte Bauabschnitt. Zum Schuljahr 1966/67 konnte der östliche Teil der jetzigen Realschule bezogen werden. Von den 1048 Peißenberger Buben und Mädchen besuchten 644 Schüler/innen in acht Klassen die Josef-Zerhoch-Schule in Wörth.

 

 

In den folgenden Jahren wurde in Bayern das Volksschulwesen neu gegliedert. Am 18. Mai 1967 kam es zu einer Abstimmung unter den Erziehungsberechtigten der Peißenberger Schüler. Die Mehrheit entschied sich für eine Auflösung der Bekenntnisschulen und zwei christliche Gemeinschaftsschulen wurden gebildet. Aber die Einführung der Hauptschule, ein Jahr später, machte schon wieder eine Neuerung notwendig.

 

Die Siebzigerjahre

 

Im Schuljahr 1969/70 gab es in Peißenberg

 

-          die Grundschule Süd mit Rektor Hermann Sacher

und 450 Schülern in 12 Klasse

-          die Grundschule Nord mit Rektor Hermann Pössinger

und 256 Schülern in 8 Klassen und

-          die Hauptschule Peißenberg mit Rektor Eugen Lechner

und 687 Schülern in 19 Klassen.

 

Die Sprengelgrenze der Grundschulen verlief damals wie heute beim Rigi-Center.

 

Herr Sacher leitete die Schule bis 1975. Seine Nachfolge übernahm Herr Gottfried Herold. In seine Zeit fiel die 5. Erweiterung bzw. der Umbau. 1980 wurde die Hausmeisterwohnung abgerissen und an ihrer Stelle entstand ein Neubau in östlicher Richtung. Unsere Schule bekam dadurch moderne Verwaltungszimmer, zwei zusätzliche Klassenräume, einen Mehrzweckraum und eine neue Aula.

 

Ab den Achtzigerjahren

 

Nachdem die Bautätigkeit zur damaligen Zeit im südlichen Ortsteil geringer wurde, sank auch die Schülerzahl. Als im Schuljahr 1991/92 Herr Karl-Heinz Ende die Schulleitung übernahm, hatte die Josef-Zerhoch-Grundschule nur noch 200 Schüler, die in acht Klassen unterrichtet wurden.

 

In den folgenden Jahren kam es jedoch wieder zu einem Klassenraummangel, da zwischen Sonnenstraße und Werdenfelser Straße große Wohnungseinheiten entstanden. Dies führte dazu, dass die Schülerzahl kontinuierlich stieg und im Schuljahr 2000/2001 einen Höchststand mit 373 Schüler/innen erreichte. Da dadurch auch die Klassenzahl von 8 auf 16 stieg, wurde eine Erweiterung notwendig. Im Jahre 1995 konnte der 1. Teil des südlichen Anbaus und 2003 der zweite Teil bezogen werden.

 

Infolge des allgemeinen Geburtenrückgangs sank danach die Schülerzahl, und auch die Klassenzahl reduzierte sich von 16 auf 12. Dadurch wurden aber keine Klassenzimmer frei. Vielmehr konnten die als Klassenräume benutzten Fachlehrerzimmer wieder ihrem eigentlichen Zweck zugeführt werden. Die heutige Dreizügigkeit dürfte in den nächsten Jahren erhalten bleiben, da die ausgewiesenen Baubereiche der Gemeinde in unserem Sprengel liegen und deshalb ständig junge Familien zuziehen.

 

Wenn man die letzten 6 Jahrzehnte zurückblickt, so gab es im Volksschul- bzw. jetzigen Grund- und Hauptschulbereich nie einen langen Stillstand. Die Bürgermeister und die Marktgemeinderäte in diesem Zeitraum standen den schulischen Belangen immer positiv  gegenüber und haben, soweit es die finanziellen Mittel irgendwie erlaubten, an unserer Schule und damit für ihre jungen Mitbürger gute räumliche Voraussetzungen geschaffen.

 

Dafür zum Schluss ein herzliches Vergelt’s Gott

 

 

Quellen:

-          Zulassungsarbeit von Frau Christa Schreiner zur Geschichte

der Peißenberger Volksschulen

-         Peißenberger Heimat-Lexikon von Max Biller.

 

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